Wollen Sie ein Staubsauger kaufen? Alle Tipps und Tricks

Eine saubere Wohnung ist eine schöne Wohnung. Damit die Wohnung wohnlich und vorzeigbar wird, helfen Staubsauger weiter. Doch zuweilen sehen Kunden angesichts der Fülle von Kennzahlen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wir zeigen, welche Kriterien beim Kauf eines Staubsaugers besonders wichtig sind und worauf Verbraucher achten sollten, um langfristig Freude mit ihrem Gerät zu haben.

Leistung und Stromverbrauch – Hängt beides zusammen?

Oft wird die Performanz des Staubsaugers mit seiner Wattzahl gleichgesetzt. Doch hierbei gibt es nur eine grobe Korrelation, denn der Stromverbrauch bedeutet nicht automatisch eine hohe Leistung, zumal ein sparsamer Stromverbrauch von Kunden im Zuge der grünen Energiewende zunehmend nachgefragt wird. Zwar wollen Kunden einen sparsamen Staubsauger haben, aber keinen leistungsschwachen.

Zudem wurde der Stromverbrauch in den letzten Jahren durch immer neue Grenzwerte so weit zurückgefahren, dass selbst Modelle, die mit einem Stromverbrauch von 900 Watt den neuen Grenzwert ausreizen, nur noch etwa 9 Euro im Jahr an Kosten veranschlagen. Der Effekt auf Stromverbrauch und Umweltschutz ist also verschwindend gering geworden. Die EU hat dieser Entwicklung Rechnung getragen und seit 2019 nach einem Urteil die Pflicht zur Angabe der Energieeffizienzklasse von Staubsaugern abgeschafft.

Freilich hängt die verbreitete Gleichsetzung von Stromverbrauch mit Leistung auch damit zusammen, dass verbindliche Kennzahlen zur Leistungsfähigkeit von Staubsaugern nicht vorhanden sind. Entweder fehlen solche Kennzahlen ganz oder es herrscht durch unterschiedliche Begriffe eine babylonische Sprachverwirrung. So geben Hersteller die Saugleistung ihrer Modelle mal in Air Watts, mal in Kilopascal (kPa) und mal in mm/H20 an. Als Faustregel für eine gute Saugfähigkeit sollten Verbraucher Werte von 250 bis 400 Air Watts, 1.300 bis 2.200 mm/H20 oder 13 bis 22 kPA anstreben.

Kennzahl Staubrückhaltevermögen: wichtig für Allergiker

Ein guter Staubsauger saugt nicht nur viel Staub und andere Partikel an, sondern behält den Dreck auch bei sich, anstatt ihn während des Saugens immer wieder aufs Neue in die Umgebung auszustoßen. Auf diese Weise wird ein Teil der Saugleistung wieder zunichtegemacht. Zwar handelt es sich bei diesen Werten nur um Größenordnungen von meist weniger als einem Prozent. Doch ein Krümel ist auch Brot und besonders Allergiker sind auf klinisch reine Luft angewiesen. Das Staubrückhaltevermögen wird in den Staubemissionsklassen A bis G gemessen, wobei A für den bestmöglichen Wert steht. Gemessen wird die Staubemission, das heißt, wie viel Prozent von dem eingefangenen Staub wieder zurück in die Wohnung emittiert wird, was möglichst vermieden werden sollte:

  • A: weniger als 0,02 %
  • B: 0,02 bis 0,08 %
  • C: 0,08 bis 0,2 %
  • D: 0,2 bis 0,35 %
  • E: 0,35 bis 0,6 %
  • F: 0,6 bis 1 %
  • G: über 1 %
Staubsauger
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Staubsauger mit Schwebstofffilter – Nicht alle Filter sind HEPA-Filter

Neben dem Staubrückhaltevermögen benötigen Allergiker ein Modell mit einem Schwebstofffilter. Diese werden in den Klassen E10 bis H14 angeboten und filtern Feinstaub mit einem Wirkungsgrad von bis zu 99,995 % aus der Luft. Auch wenn Hersteller gern mit dem Begriff HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) prahlen, echte HEPA-Filter sind nur Schwebstofffilter der Effizienzklassen H13 und H14. 

Die anderen Modelle sind lediglich EPA-Filter und damit nur „Efficiency Particulate Air Filter“. Statt Werte bei der Feinstaubvertilgung von 99,95 % (H13) bzw. 99,995 % (H14) erreichen sie nur einen Abscheidegrad von 85 bis 95 % (E10), 95 bis 99 % (E11) und 99,5 bis 99,9 % (E12). Wie beim Staubrückhaltevermögen sind es hier wieder die Allergiker, die auch von feinsten Unterschieden an der Spitze, wo die Luft erkennbar dünner wird, profitieren.

Aspekte zur Handlichkeit – Akku-Staubsauger sind ohne Kabel

Die Form und das Gewicht entscheiden darüber, wie leichtgängig der Staubsauger ist. Das Gewicht lässt sich leicht miteinander vergleichen. Bei der Form bewähren sich vor allem Modelle mit einer kompakten und ergonomischen Bauweise, die sich durch rutschfeste Griffe auszeichnen. Wirksame Lösungen für eine gute Griffigkeit sind zum Beispiel eine Gummierung oder winzige Noppen. Auch der Aktionsradius des Staubsaugers beeinflusst seine Leichtgängigkeit. 

Der Aktionsradius hängt wiederum mit der Kabellänge zusammen, wobei lange Kabel allerdings auch den Reinigungsgang durch die Wohnung erschweren. Wer keinen Kabelsalat möchte, kann zu Akku-Staubsaugern greifen, muss allerdings trotz einiger Fortschritte auf diesem Gebiet immer noch mit Leistungseinbußen und mehr Dezibel bei der Lautstärke rechnen.

Mit Beutel oder ohne?

Noch vor einer Generation war der Beutel bei Staubsaugern so selbstverständlich wie die Wellen im Meer. Er gehörte einfach dazu und musste alle paar Monate ausgeleert werden. Heute hingegen werden auch Staubsauger ohne Beutel angeboten. Auch sie verfügen natürlich über einen Behälter, aber dieser ist wesentlich kleiner und die Leerung muss zwar öfters vorgenommen werden, gestaltet sich dafür auch einfacher. Außerdem kann der Behälter auf Lebenszeit genutzt werden. In der Regel werden Staubsauger ohne Beutel mit einem (rotierenden) Zyklonmotor angetrieben. Die Leistungsfähigkeit entspricht inzwischen der von Staubsaugern mit Beutel. Staubsauger ohne Beutel sind leichter, handlicher, aber auch lauter. Sie kosten mehr, was sich im Laufe der Zeit aber ausgleicht, weil nicht regelmäßig ein neuer Beutel nachgekauft werden muss.

Für welchen Bodentyp ist der Staubsauger geeignet?

Staubsauger sind für Teppiche gedacht, doch manche Modelle reinigen auch Hartböden. Zudem bieten die Modelle eine unterschiedliche Anzahl von Düsen, die auch andere Reinigungen zulassen. So gibt es auf dem Markt Staubsauger mit Fugendüsen für Ecken und Kanten, Polsterdüsen, Saugpinsel für kratzempfindliche Oberflächen, Parkettdüsen, Hartbodendüsen für Steinböden, Saugdüsen für Tierhaare und Turbodüsen für starke Verschmutzungen. Hier können Verbraucher gezielt nach Bedarf einkaufen.

Weitere Aspekte für die Kaufentscheidung

Staubsauger sind etwa zwischen 65 und 90 Dezibel laut. Der Unterschied von zehn Dezibel bedeutet eine Verdopplung der Lautstärke. Nützlich ist auch eine Beurteilung dafür, wie gut das Modell bereits mit der Standarddüse an Ecken und Kanten kommt. Manche Staubsauger lassen eine Regulation der Saugstärke zu. Viele Kunden erfreut es schließlich, wenn sich der Staubsauger einfach abstellen und parken lässt, was die Benutzung ebenfalls spürbar erleichtert.

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